Hands-on: Tissot Ballade Powermatic 80 COSC Replica Uhren Essentials

Tissot Ballade Powermatic 80 COSC am Arm

Mit der Ballade Powermatic 80 COSC hat Tissot eine klassische Dresswatch geschaffen, die auf den ersten Blick durch ihr Design überzeugt. Was man ihr nicht ansieht: Im Innern brennt die Swatch-Group-Marke trotz des niedrigen Preises ein Mechanikfeuerwerk ab. Das Automatikkaliber Powermatic 80 COSC bietet eine ungeheuer praktische 80-stündige Gangautonomie und ein die Genauigkeit garantierendes Chronometerzertifikat. In der getesteten Uhr kommt zudem zum ersten Mal in diesem Werk eine Silizium-Unruhspirale zum Einsatz.

Tissot Ballade Powermatic 80 COSC am Arm
Die Tissot Ballade Powermatic 80 COSC am Arm

Not macht erfinderisch. Dies gilt auch für die Geschichte der BALL-Uhren, die eng mit der Geschichte der Eisenbahnpioniere verbunden ist. Sie beginnt ziemlich genau am 18. April 1891, als zwei Züge im amerikanischen Bundesstaat Ohio frontal zusammenstoßen. Das Unglück prägte sich besonders in das Bewusstsein der Menschen ein, weil es auf die Ungenauigkeit der Uhr einer der Zugführer zurückzuführen war. Für die beiden größten Eisenbahngesellschaften der USA war das der Anstoß, diese technische Schwachstelle ein für allemal aus der Welt zu schaffen. Sie wandten sich an Webster Clay Ball, einen Uhrmacher aus Cleveland, der sich einen Namen für präzise Zeitmesser gemacht hatte. Zum leitenden Inspektor der amerikanischen Eisenbahngesellschaften befördert, führte Webster C. Ball bei den Uhren aller Eisenbahnangestellten Tests durch und führte gleichzeitig ein System zur Harmonisierung der Uhrzeit ein, das strengste Kriterien in Bezug auf Präzision und Zuverlässigkeit erfüllen musste. Seit dieser Zeit sind die Uhren mit dem Zusatz „BALL’s Standard“ auch über die Grenzen des amerikanischen Kontinents hinaus bekannt.

Erschwingliches Silizium

Auch diese Werkverbesserung lässt sich durch die Synergien, die der Mutterkonzern Swatch Group bietet, ohne große Preissprünge umsetzen, und so kostet die Testuhr erschwingliche 890 Euro. Hier bekommt man also erstmals eine Uhr mit Siliziumtechnik für weniger als 1.000 Euro.

Werk der Tissot Ballade Powermatic 80 COSC
Werk der Tissot Ballade Powermatic 80 COSC

Silizium ist gegenüber herkömmlichen Spiralfederlegierungungen härter, leichter, rostfrei und nicht magnetisch. Die Temperaturanfälligkeit unterbindet eine Oxidschicht. Daher sollte die Feder für einen gleichmäßigeren Gang sorgen. Dabei dürfte auch die rückerlose Konstruktion helfen, bei der die Spirale frei schwingen kann. Das Gangergebnis fällt entsprechend gut aus: Lediglich vier Sekunden weichen die einzelnen Lagen voneinander ab, und der mittlere Vorgang bleibt mit 3,3 Sekunden erfreulich niedrig.

Tissot Ballade Powermatic 80 COSC
Tissot Ballade Powermatic 80 COSC

Eleganz und Ablesbarkeit

Die Tissot zeigt die Zeit tagsüber deutlich an. Bei Nacht lässt sie den Träger aber, wie viele elegante Uhren, wegen der fehlenden Leuchtmasse im Dunkeln. Das Zifferblatt mit dem Waffelmuster im inneren Teil, den aufgesetzten Indexen und den Rillen unter der Minuterie hat einiges zu bieten. Das gilt auch für das gut gemachte Gehäuse mit seinen satinierten Flanken, den polierten Bandanstößen und der Lünette mit Rautenmuster. Nur einen verschraubten Boden hätten wir uns noch gewünscht. Und ein flexibleres Armband: Das Rindslederband mit Krokoprägung passt gut zur Tissot, würde den angenehmen Tragekomfort der leichten Testuhr aber noch weiter erhöhen, wenn es nicht so steif wäre. Die Doppelfaltschließe mit Sicherheitsdrückern lässt sich ebenso leicht bedienen wie die schmale, aber dennoch griffige Krone.

Doppelfaltschließe der Tissot Ballade Powermatic 80 COSC
Doppelfaltschließe der Tissot Ballade Powermatic 80 COSC

Sehr erfreulich und konkurrenzlos niedrig fällt der Preis aus: Für 890 Euro bekommt man nirgends sonst eine Uhr mit 80 Stunden Gangautonomie, Chronometerzertifikat und sogar Silizium-Spiralfeder. Die Kombination aus klassischem Design und Hightech-Mechanik zum günstigen Preis funktioniert also gut. jk

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