Hands-on Zenith El Primero 410

Drei Jahrzehnte lang gehörte das El Primero 3019-PHF zum Zenith Modellprogramm. Im Jahr 2000 war Schluss. Doch Totgesagte leben ja bekanntlich länger und so ist, nach einer Limited Edition im vergangenen Jahr, die El Primero 410 nun wieder ganz zurück. Ein Review.

Das erste Mal begegnete ich der 410 auf der Baselworld 2014. Und irgendwie, man kann es nicht anders sagen, war ich sofort hin und weg. Zenith hat ein für meinen Geschmack recht unterschiedliches Portfolio. Neben einigen Modellen, die mir persönlich nicht ganz so zusagen, gibt es mehr und mehr Highlights, eines davon, wenn nicht gar DAS Highlight überhaupt, ist für mich die 410.

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El Primero ist auf dem Zifferblatt zu lesen. Das kennen eingefleischte Rolex Fans von der 90er Jahre Daytona, Menschen, die sich intensiver mit der jüngeren Geschichte der Uhrenindustrie beschäftigen wissen aber, dass hinter diesem Namen weit mehr steckt. 1969, im Jahr der Mondlandung, lieferten sich die Manufakturen einen Wettlauf um das erste Chronographenwerk mit automatischem Aufzug. Zenith gewann das Rennen, sie waren die Ersten und so tauften sie denn auch das Werk.

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Mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde schlägt das El Primero schneller als die meisten anderen Kaliber und ermöglicht somit eine äußerst genaue Zeitmessung in Zehntelsekunden-Schritten. Noch im selben Jahr wie das Urkaliber startete mit dem El Primero 3019-PHF eine Version mit dreifachem Kalender, Mondphase und über 50 Stunden Gangreserve. Der Säulenrad-Chrono wurde unter der Referenz 410 bekannt.

Gut 30 Jahre lang war das 3019-PHF im Einsatz, bis es zur Jahrtausendwende aus der Kollektion verschwand. Vergangenes Jahr erlebte es in der auf 500 Exemplare limitierten Version mit schiefergrauem Blatt sein Revival, nun ist es in der neuen 410 – Jahrgang 2014 – in Stahl oder Roségold endgültig zurück.

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Das Zifferblatt in silbernem Sonnenschliff ist vom Grunddesign her eine Hommage an die Ursprungsversion. Neben dem Datumsfenster zwischen 4 und 5 Uhr zeigt die Kalenderfunktion den Wochentag bei 10 Uhr und den Monat bei 2 Uhr an. In der kleinen Sekunde bei 6 Uhr ist die Mondphasenanzeige untergebracht. Die Scheibe dreht sich alle 59 Tage einmal um sich selbst, deckt also zwei komplette Mondzyklen mit einer Umdrehung ab. Entsprechend sind auf ihr denn auch zwei Monde aufgezeichnet.

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Etwas mehr vom Urmodell entfernt sich Zenith beim Design des Gehäuses. Dieses ist entsprechend der Zeit etwas gewachsen, wirkt mit seinen nun 42 Millimetern Durchmesser aber trotzdem eher zierlich, keinesfalls wuchtig. Das braune Alligatorlederband ist mit einer Faltschließe ausgestattet und passt hervorragend zur Optik der Uhr.

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Die Aufzugskrone ziert der Zenith-Stern, der sich ebenfalls auf dem Aufzugsrotor wiederfindet. Dieser lässt sich, wie das gesamte wie immer sehr ansehnliche El-Primero Kaliber, durch den Glasboden der Uhr betrachten. Auch ohne verschraubte Drücker schafft es die 410 auf eine Wasserdichtigkeit von 10 ATM.

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Die Uhr schaut am Arm blendend aus, klassisch und doch nicht altbacken. Trotz ihrer Größe ist die 410 eine elegante Uhr, die sich gut zum Anzug tragen lässt, aber auch in der Freizeit nicht fehl am Platze wirkt. Bedingt durch die Gehäuseform stehen die Gehäusehörner an meinem Handgelenk allerdings ein wenig ab. Eine Optik, an die man sich erst kurz gewöhnen muss.

Mit der El Primero 410 ist Zenith ein großer Wurf gelungen. Sie ist eine Hommage an die Vergangenheit, gleichzeitig ein Blick in die Zukunft und zeigt so, dass das El Primero Kaliber, um das sich nach wie vor ja ein nicht unbedeutender Teil des Produktprogramms dreht, auch nach bald fünf Jahrzehnten noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

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Die Zenith El Primero 410 – 42 mm gibt es in Edelstahl (03.2091.410/01.C494) für 8.400 Euro. Die Version in Roségold (18.2091.410/01.C494) kostet 17.100 Euro.

Mehr Informationen, sowie ein Händlerverzeichnis gibt es unter zenith-watches.com.

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Fotos & Text: © Percy Christian Schoeler (PCS) 2014

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